Der Polizist und die Frau

Ein Buch über Liebe, Sinnlichkeit und Zärtlichkeit. Es beschreibt die wiedererwachte Erotik, die Sexualität einer älteren Frau, und es ist ein Buch über innere wie äußere Freiheit, über die Gefängnisse der Seele, ein Buch, in dem Feindbilder aufgelöst, Standesunterschiede überwunden werden.
Der Polizeiberuf wird in seinem unmenschlichen Stress gezeigt. Statistisch gibt es hier die meisten Trennungen in Beziehungen und die höchste Selbstmordrate. Polizisten sind keine Sympathieträger, auch wenn uns das Bild „Dein Freund und Helfer“ dies vormachen will. Sie reagieren auf die ihnen entgegengebrachte Ablehnung, trotz anerzogener Disziplin, oft schärfer, als sie müssten.
Die Autorin, eine ehemalige 68erin, versucht sich in die Welt der Ordnungshüter, einzufühlen, sie zu verstehen. Vorurteile und alte Feindbilder lösen sich auf. Der Mensch unter der Uniform wird sichtbar.

Die Geschichte

Regina Rosenthal, eine Psychologin, hat die sechzig schon überschritten. Sie ist eine attraktive, charismatische Frau, hat ein Leben hinter sich, in dem sie eines gelernt hat: Hinfallen und wieder aufstehen. Freunde, Musik, Literatur, Tiere – das ist seit Jahren für ihr Singledasein genug. Sie hatte viele Beziehungen, glückliche, unglückliche, und sie ist überzeugt, ein Mann ist in ihrem Leben inzwischen überflüssig. Sie will keine Verletzungen mehr riskieren, und die Sexualität, Erotik mit anderen, die sie früher sehr genossen hat, ist ihr nicht mehr wichtig für den Weg ins Alter. Ihre Fantasien reichen ihr völlig.
Bis sie Mathias Seiler, Anfang vierzig, einem Streifenpolizist im Schichtdienst begegnet. Er ist seit mehr als einem Jahrzehnt Single und braucht keine Frau, wie er gern betont. Sex-Affären ja, aber nichts, was nach Bindung aussieht. Er ist Autoerotiker wie Regina, lebt neben seinem anstrengenden Dienst nahezu isoliert.
Als er Regina einen Strafzettel verpasst, verliebt er sich auf den ersten Blick in sie. Ganz gegen seine Art geht er zum Sturmangriff über. Regina erlebt das Tausendvoltgefühl ihrer Teenagerzeit, wehrt sich eine Weile, kapituliert dann aber vor seiner geballten Männlichkeit. Beide erleben glückliche, verliebte Monate, genießen die erotischen, sexuellen Gefühle füreinander ebenso, wie die beginnende, tiefer werdende Liebe. Gleichzeitig haben beide Angst, ihre gewohnte Freiheit zu verlieren, Angst vor dieser Nähe.

Mathias reagiert mit Rückzug. Regina gerät in ein Gefühlschaos wie in jungen Jahren. Dann erinnert sie sich trotzig an die Zeit der sexuellen Revolution und ihren Lieblingsspruch von damals: „Wenn du nicht mit dem sein kannst, den du liebst, liebe den, mit dem du bist“. Bevor der Liebeskummer zu groß werden kann, sucht sie sich neue Liebeleien, auch im Internet, sie versucht offene Beziehungen, lebt ihre Sexualität mehr als je zuvor. Sie ist erstaunt über den Ansturm immer jüngerer Liebhaber. Auch wenn es nur vorübergehende Heftpflaster für den Schmerz sein können.
Mathias vergräbt sich wieder in den Beruf: „arbeiten, essen, schlafen“, betäubt sich in seiner wenigen Freizeit mit Fernsehen und käuflicher Liebe. In seinem inneren Gefängnis spürt er sich nicht mehr. Die gedankliche Verbindung zu Regina reißt aber nie ab, und sie spürt seine Gedanken sofort. Beide gehen durch die Hölle, sie scheinen nicht voneinander loszukommen, auch wenn sie sich nicht mehr sehen. Dann überschlagen sich die Ereignisse, und die hoffnungslose Romanze nimmt eine unerwartete Wendung …